Self-care – mit guten Vorsätzen ins neue Jahr

Es ist der Klassiker schlechthin, sich zum Jahreswechsel einen guten Vorsatz zu überlegen. Doch, so wie der Schnee, der gerade vor unserer Haustür liegt bald wieder schmelzen wird, schmelzen gute Vorsätze im Trubel des Alltags schneller dahin als wir bis drei zählen können. Warum ist das so und was können wir besser machen?

Trefft eine Entscheidung mit Herz und Verstand

Wenn ihr euch einen guten Vorsatz überlegt, ist es wichtig, dass ihr ihn aus ganzem Herzen umsetzen wollt. Der Verstand alleine ist unzureichend. Es ist das Herz auf das es ankommt. Ich hegte lange Zeit den guten Vorsatz mehr Sport zu treiben. Sport ist gut für die Gesundheit und hilft beim Abnehmen. Jeder würde mir sofort zustimmen, dass dieser Vorsatz sinnvoll ist . Obwohl mir das einleuchtete und ich genau aus diesem Grund diesen Vorsatz gefasst hatte, hatte ich jahrelang konstant dasselbe Ziel ohne auch nur einen Schritt vorwärts zu kommen. Erst als ich mich von ganzem Herzen danach sehnte, weil ich spürte wie notwendig es wäre, wurde mein Traum Wirklichkeit. Mein Tag war und ist vollgestopft mit den Bedürfnissen anderer Menschen. Meistens überlegte ich mir was getan werden musste. Meine Bedürfnisse reihte ich an letzte Stelle, wahrscheinlich weil es unkomplizierter ist. Wer wenig Raum für sich selbst hat, kann jedoch nur schwer Energie für andere aufwenden. Meine Energietanks waren irgendwann so leer, dass ich spürte, dass ich sie füllen muss, um weiterhin eine gute Homeschool-Mum, liebevolle Mutter und Ehepartnerin sein zu können. Ich erkannte, dass ich nicht nur meine Kinder zur Entwicklung guter Gewohnheiten motivieren sollte, sondern als allererstes mich selbst. Plötzlich war mein guter Vorsatz mehr als nur ein frommer Wunsch. Ich hatte das dringende Bedürfnis mich zu verändern. Die Entscheidung war gefallen und zwar in meinem Herzen. Ich beschloss mir nicht mehr die Frage zu stellen, ob heute der richtige Tag wäre, mein Leben zu verändern. So wie ich jeden Tag ohne mir die Frage zu stellen Zähne putze, wollte ich von nun an tagtäglich Sport machen.

Lasst eure Vorsätze konkret werden

Hört sich an wie ein Werbeslogan. „Nice.“ wie meine Kinder sagen würden. ‚Konkret werden lassen‘ bedeutet lediglich, dass ein Vorsatz möglichst genau und griffig sein sollte. Der Vorsatz ‚mehr Sport zu treiben‘, ist ungenau. Es gibt viele Sportarten. Welche Sportart im Konkreten würde sich für mich eigenen? In meinem Fall war es Nordic Walking. Wie oft in der Woche möchte ich Nordic Walken? Einen konkreten Vorsatz kann ich messen. Ich weiß dann, wie lange und wie oft ich Nordic Walken gehen möchte. Viele Menschen nehmen sich jedes Jahr vor im nächsten abzunehmen. Das ist ein sehr ungenaues Ziel. Macht eure Vorsätze messbar. Wie wollt ihr abnehmen? Durch Sport? Eine Essensumstellung? Oder eine Kombination aus beidem? Wieviel kilo wollt ihr abnehmen? Seid so konkret wie möglich und überlegt euch, welche Fragen noch offen sein könnten. Der Vorsatz weniger Süßigkeiten essen zu wollen, ist nett. Er ist schon etwas genauer wie die blosse Absicht abnehmen zu wollen. Auf welche Süßigkeiten möchte ich verzichten? Jeden Tag? Für immer? Oder nur über einen genau definierten Zeitraum?

Gute Vorsätze in gute Gewohnheiten verwandeln

Ich entschied mich jeden Tag Nordic Walken zu gehen. Eigentlich sollte darauf achten sich nicht zu viel auf einmal vorzunehmen. Jeden Tag … war das vielleicht ein zu ambitionierter Vorsatz? Doch als ich darüber nachdachte, wurde mir klar, dass ich in meiner Situation nur auf diese Weise eine Routine entwickeln kann. In meinem vollgestopften Alltag ist es wichtig, dass ich jeden Tag Zeit für mich einplane. Jeder muss für sich und seine Situation abschätzen, welches Ziel zu ambitioniert ist. Somit wagte ich diesen Schritt, im Wissen, dass schnell mal was dazwischen kommen kann. Zu meinem eigenen Erstaunen gelang es mir über fast 3 Monate hinweg fast tagtäglich Nordic Walken zu gehen. Ich hatte mir im vorhinein überlegt zu welcher Tageszeit der meiste Spielraum vorhanden ist und wie ich meine Tagesstruktur darauf abstimmen kann. Natürlich gibt es auch Zeiten, da mein Sportprogramm nicht in der gewohnten Regelmäßigkeit stattfinden kann. Ferien, Urlaub, jegliche Abweichung vom Alltag erschwert es Routinen aufrecht zu erhalten. So ist das Leben nun mal. Doch nachdem ich über so lange Zeit jeden Tag Nordic Walking gemacht hatte, waren wohl die Bahnen in meinem Hirn so weit gefestigt, dass ich auch mal aus der Routine aussteigen konnte ohne gleich die Gewohnheit zu verlieren. Außerdem hatte ich die wohltuenden Effekte mit allen Sinnen über längere Zeit erfahren. Meine Laune verbessert sich deutlich, wenn ich Nordic Walken gehe. Ich fühle mich fitter und ausgeglichener und ich genieße intensiver die Zeit mit meinen Kindern. Ich habe aus meinem guten Vorsatz eine gute Gewohnheit gemacht.

Warum ist Selbstfürsorge gerade für Homeschool-Mums so wichtig?

Gewohnheiten der Selbstfürsorge zu entwickeln, ist für alle Eltern von großer Wichtigkeit. Wir sind für das Wohl von kleinen Menschen verantwortlich, dürfen sie ins Leben begleiten und dabei fallen zahlreiche Pflichten an. Da der Tag nur 24 Stunden hat, bleibt in logischer Konsequenz weniger Zeit und Raum für uns selbst. Eltern, die ihre Kinder zu Hause unterrichten, meistens tun das die Mütter, haben nochmals weniger Zeit für sich selbst. Um so wichtiger ist es sich Zeiten für sich selbst freizuräumen. Gute Gewohnheiten der Selbstfürsorge helfen uns automatisch und selbstverständlich Räume für uns selbst zu reservieren. Denn das ist das besondere an Gewohnheiten. Wir stellen sie nicht mehr in Frage, sondern tun sie einfach.

Zu dem Thema gibt es auch eine Podcast Episode von mir:

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Photo by Christopher Alvarenga on Unsplash