Home, home, sweet home

Family Life in Corona’s Zeiten

Wenn ich aus dem Fenster schaue, sieht alles so aus wie immer. Die Tannenbäume vor unserem Haus bewegen sich leise im Wind. Das Haus unserer Nachbarin erfreut mich weiterhin mit seiner wunderschönen Fassade. Und doch ist alles anders. Nichts wird mehr sein wie vorher. Wie beruhigend ist da der Blick aus dem Fenster, der mich glauben lassen kann, alles bliebe so wie es war. Es ist ein surrealer Zustand. Ich fühle mich als ob ich in einer Seifenblase säße, die zwangsläufig zu einem mir unbekannten Zeitpunkt platzen wird.

Doch ich spüre auch einen Hauch von Geborgenheit. Unsere kleine Familie ist zusammengerückt. Kaum fremdbestimmt bis zu dem Zeitpunkt, da die Seifenblase platzen wird. Eigentlich hat sich mein Leben nicht wesentlich verändert. Nur, dass nun mehr Menschen daheim sind. Meine sozialen Kontakte sind intensiver geworden. Anstatt ein Kind unterrichte ich jetzt gleichzeitig zwei. Mein Mann und ich haben die schönste Morgenroutine entwickelt, die man sich denken kann. Bevor die Kinder aufwachen, gehen wir gemeinsam Nordic Walken und sammeln Energie für den Tag. Dann geht’s los! Er arbeitet im Homeoffice, ich im Homeschooling und Homeworking.

Home, home, sweet home.

Die Kinder und ich gehen regelmäßig in den Wald zwecks Psychohygiene. Wir bauen Hütten, halten unsere Gesichter in die Sonne und hören den Vögeln zu. Dann kommen wir entspannt heim.

Idyllisch, nicht wahr? Doch es gibt auch Momente, wo wir uns auf die Füße treten. Die Wogen schlagen hoch. Wie ein Tsunami brausen Wortgefechte durch das Haus und wirbeln alles durcheinander. Auch der schlimmste Sturm legt sich wieder und die Köpfe werden wieder klar. Unserer Mittlerer ist total ausgerastet. Das Homeschooling sei nicht mehr das Gleiche und er bräuchte mehr Ruhe. Unser Ältester findet, dass die Jüngeren seine Privatsphäre missachten. Ich beschwere mich, dass ich aufgrund der vielen Konflikte nicht mal mehr meine heilige Siesta nach dem Mittagessen halten kann. Wir diskutieren finden Lösungen und hoffen, dass sie morgen funktionieren werden.

Dämmerung zieht vor meinem Fenster auf. Wie eine ruhige Decke legt sich die Dunkelheit über unser Haus. Die Kinder schlafen und Ruhe zieht ein.

2 Kommentare zu „Home, home, sweet home“

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