Der Countdown läuft ….

Wieder einmal befinden wir, die echten Homeschooler, uns im Endspurt. Jedes Jahr das gleiche Lied.

Ab Jänner schätzungsweise fangen echte Homeschooleltern an im Countdown zu leben. Angst steigt in die Kehle der Eltern, wenn sie sich zirka ab März bangen Herzens fragen: „Werden wir das schaffen?“Das ist dann die Zeit in der das Klima zwischen Eltern und Kindern langsam von angenehmen, sommerlichen Temperaturen in Richtung Eiszeit wandert. Oder sind’s vielleicht doch eher die Tropen? Denn die Eltern liefern sich immer häufiger heiße Gefechte mit ihren Schützlingen, welche darauf häufig mit südlicher Lethargie reagieren. Oder je nach Charakter auch in eine Kältestarre verfallen.

Der Druck der Externistenprüfung war schon immer enorm. Den gesamten Jahresstoff auf Knopfdruck beherrschen, diese Leistung müssen nur Maturanten oder eben echte Homeschooler erbringen. Wer versagt dessen Eltern wird die Homeschoollizenz für das jeweilige Kind für alle Zeiten entzogen und das Kind muss die Klasse in einer öffentlich rechtlichen Schule wiederholen, was bedeutet, dass auch ein Umstieg auf eine passende Privatschule zumindest für ein Jahr unmöglich wird. Heftige Konsequenzen, nicht wahr?

Durch Corona jedoch steigt der Druck für uns fast ins Unermessliche.

Auke hat 4 Kinder. Das Jüngste wird daheim unterrichtet und die anderen 3 besuchen das Gymnasium. Seit Corona routiert die Familie. Wie nur wie, sollen sie ihr Jüngstes auf die strengen Externistenprüfungen vorbereiten und gleichzeitig die drei Älteren unterstützen. Dieser Spagat ist herausfordernd für die gesamte Familie. An sich ist der durch Covid-19 ausgelöste Ausnahmezustand für alle gleich. Doch für echte Homeschooler werden die Bedingungen nicht an diese besondere Situation angepasst. Die Prüfungsbedingungen sind bestenfalls die gleichen wie im Normalzustand und in Wirklichkeit noch härter.

Samuel wird in der dritten Klasse Sekundarstufe zu Hause unterrichtet. Derzeit ist er völlig am Ende. Normaler Weise verteilen sich seine Jahresprüfungen, die er seit der Sekundarstufe für jedes Fach absolvieren muss auf drei Monate. Aufgrund von Corona muss er alle Prüfungen verteilt auf einen Monat absolvieren. Dieser Prüfungsmarathon, diese Dichte setzt ihn massiv unter Druck. Seine Mama geht am Zahnfleisch und weiß nicht mehr ein noch aus. Nur wenn die Eltern die enorme Kraft aufbringen, den Spagat der sich aufgrund der veränderten Bedingungen ergibt, zu meistern, wird die Familie gut durch die Prüfungszeit kommen. Unsere Kinder sollten nach Möglichkeit auch bei hohem Stress einen kühlen Kopf bewahren. Susi sagte einmal zu mir: „Wer Externistenprüfungen schafft, der hat keine Angst mehr vor egal welcher Prüfung.“ Hoffen wir, dass der Druck für unsere Kinder diesmal nicht zu hoch ist und, dass sich Prüfer und Prüferinnen dessen bewusst sind.

Was bin ich froh, dass bei uns der Druck geringer ist. Unseren Mittleren unterrichte ich auf Anraten der Schule daheim. Da er aber die zweite Klasse Volksschule wiederholt, hoffe ich, dass er die Prüfungen gut übersteht. Doch auch wir zittern. Seit März sind alle drei Kinder daheim. Unser Ältester benötigte viel Hilfe meinerseits. Das ging auf Kosten des Unterrichts vom Mittleren. Wir haben immer noch keinen konkreten Prüfungstermin. Wahrscheinlich darf ich ihn nicht mal in das Gebäude der Prüfungsschule hinein begleiten. Weder Ort noch Prüfungslehrer sind ihm bekannt und ich kann nur hoffen, dass er cool bleibt. Ab nächster Woche darf unser Jüngster wieder in den Kindergarten. Vielleicht können wir dann vier Wochen vor der großen Prüfung noch was nachholen? Werden die Prüfer uns gnädig gestimmt sein?

Unsicherheit und Angst nagen an mir bis mir mein Liebster versichert: „Niemand hätte ihn besser vorbereiten können. Alles wird gut!“

Bitte helft uns, dass der Druck geringer wird und unterschreibt folgende Petition, die Susi die Mama von Samuel initiiert hat.

https://www.citizengo.org/de/signit/179284/view?fbclid=IwAR1lgj3BW48H9mLipTLCN77v_No28Y20hfEvqZ74UgX06as7lZJ9fF2GQ7M

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